04. Август 1995
über sein Dasein auf Erden wird befragt: Gottfried Helnwein, 47, Künstler, z.Zt.Burg Brohl (Eifel)
(Auszug)
Ein Bild von Ihnen heisst "Gott in Panik"...
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Ich kann zu Gott gar nichts sagen.
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Aber zu Gott etwas malen, offenbar.
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Wenn eine so lange Zeit so viele Leute sich einen Gott wünschen, dann wird es möglicherweise einen geben. Man kann alles erschaffen. Aber zu dem Bild: Wenn ich Gott von dieser Welt wäre, wäre ich in Panik. Ist das etwa bei euch da oben nicht so?
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Wir sehen vor allem, dass Helnwein in Panik ist.
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Ich habe von Anfang an erkannt, dass diese Welt in einem katastrophalen Zustand ist, und dass man die Menschen permanent daran erinnern muss. Ich habe nicht so gute Verdrängungsmechanismen wie die meisten anderen Menschen.
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Sie sind wütend auf die Menschen, aber im Grunde lieben Sie sie, nicht wahr?
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Eigentlich ja. So komisch das klingt. Nur in der Masse werden sie gefährlich.
Mich erschreckt, dass es das Ziel der meisten Menschen ist, bedeutungslos zu sein.
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